Neue Ermittlungsansätze im Fall der gesuchten ehemaligen RAF-Mitglieder

Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette wegen versuchten Mordes


Staub, Garweg, Klette, RAF

(Gemeinsame Presseinformation des Landeskriminalamts Niedersachsen und der Staatsanwaltschaft Verden)

Cremlingen, Hannover, Verden (Aller). Die früheren RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette stehen im Verdacht, erneut einen Überfall auf einen Geldtransporter verübt zu haben.

Am Samstag, dem 25.06.2016, überfielen zwei Männer und eine Frau gegen 15.30 Uhr einen Geldtransporter im Gewerbegebiet von Cremlingen. Die Ermittler gehen aufgrund der Tatausführung davon aus, dass es sich um die drei mutmaßlichen ehemaligen RAF-Mitglieder handelt. Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg sowie Daniela Klette bereits seit Monaten wegen des Verdachts des versuchten Mordes und des schweren Raubes in mehreren gleichgelagerten Fällen. Sie hat nunmehr auch die Ermittlungen wegen des Überfalls im Cremlingen übernommen.

Zur Aufklärung der aktuellen Straftat und Ermittlung des Aufenthaltsortes der Gesuchten bitten die Staatsanwaltschaft Verden und das Landeskriminalamt erneut um Mithilfe.

Bei der Tat wurden ein blauer Opel Corsa und ein silberfarbener Ford Mondeo, mit dem die Täter anschließend flüchteten, eingesetzt. Insbesondere zu diesen Tatfahrzeugen werden sachdienliche Hinweise benötigt. Der Ford Mondeo wurde zwischenzeitlich in einem Waldstück beim Tierpark Essehof ohne Kennzeichen aufgefunden. Nach Zeugenangaben waren bei der Flucht vermutlich die Kennzeichen WF-FL 880 montiert. An dem Opel Corsa waren zuletzt die falschen Kennzeichen WF-LG 1337 angebracht. Beide Kennzeichen sind legal für andere ähnliche Fahrzeuge ausgegeben. Diese Fahrzeuge und ihre Halter sind NICHT TATBETEILIGT!

- Wo sind die Fahrzeuge in den vergangenen Monaten festgestellt worden?
- Wer kann Informationen zu den Insassen, der Fluchtrichtung nach der Tatausführung am Samstagnachmittag und dem Fundort des Ford Mondeo geben?
- Hat jemand von dem Überfall Foto- oder Videoaufnahmen gemacht?

Das LKA Niedersachsen betreibt nach wie vor die Fahndung nach den drei gesuchten Ex-RAF-Mitgliedern. Unter der Ermittlungsführung der Staatsanwaltschaft Verden ist es den Fahndern des LKA Niedersachsen - erstmalig seit über 30 Jahren - gelungen, neue Hinweise zu den gesuchten Ex-RAF-Terroristen zu erlangen. Aufgrund der akribischen Ermittlungsarbeit zu deren Aufenthaltsort konnten LKA-Fahnder aktuelle Fotos von Staub und Garweg aus dem Jahre 2016 sichern und zur Öffentlichkeitsfahndung verwenden. Die Medien werden dringend gebeten, nur noch diese Bilder zu veröffentlichen. Die sog. Aging-Bilder sind nach aktuellen Erkenntnissen für eine Fahndung ungeeignet.

Hinweise zur Fahndung werden unter 0511-26262-7400 entgegengenommen.

Auskünfte zum Sachverhalt erteilt die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Verden unter: Tel: +49-4231-18-436.

Raubüberfall, Cremlingen, RAF, Corsa  
Raubüberfall, Cremlingen, RAF, Mondeo  

Update vom 07.06.2016

Vermutlich noch weitere Taten der mutmaßlichen ehemaligen RAF-Terroristen STAUB, GARWEG und KLETTE in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

(gemeinsame Presseinformation des Landeskriminalsamts Niedersachsen und der Staatsanwaltschaft Verden)

Die von der Staatsanwaltschaft Verden mit Haftbefehl gesuchten Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette stehen im Verdacht, weitere sechs Raubüberfälle in Niedersachen und Schleswig-Holstein verübt zu haben. Die Auswertungen durch die Ermittler der Polizeiinspektionen Northeim/Osterode und Diepholz sowie des Landeskriminalamts Niedersachsen ergaben Hinweise darauf, dass die Beschuldigten der Geldtransporterüberfälle von Stuhr am 06.06.2015 und Wolfsburg am 28.12.2015 auch Überfälle auf die Sammelkassen von Supermärkten begangen haben könnten. Dabei sollen sie abweichend von der bislang bekannten Tatausführung gezielt die Kassenbüros der Supermärkte angegangen haben. Bei diesen Kassenbüroüberfällen wurden die Beschäftigten der Supermärkte oder Geldboten entweder beim Betreten oder beim Verlassen der Kassenräume mit Pistolen und teilweise mit Elektroschockern bedroht. Die Opfer wurden sodann gezwungen, den Tätern Zugang zum Tresor zu verschaffen oder Bargeld auszuhändigen.

Aufgrund der besonderen Tatausführung rechnen die Fahnder des LKA Niedersachsen auch die nachfolgend aufgeführten Raubüberfälle den Gesuchten zu:

• 30.09.2011 in Celle (Real-Markt), Beute 80.000,00 € bis 100.000,00 €, Tatfahrzeug: grauer VW Passat Kombi, Herkunft und Verbleib unbekannt,
• 24.12.2012 in Stade (Marktkauf), Beute 135.000,00 €, Tatfahrzeug: silberner VW Golf III, gekauft in Hamburg,
• 23.08.2014 in Elmshorn (Marktkauf), Beute 46.000,00 €, Tatfahrzeug: dunkelblauer VW Golf III, gekauft in Bielefeld,
• 02.01.2015 in Osnabrück (Kaufland), Beute 60.000,00 €, Tatfahrzeug: blauer VW Passat Kombi, gekauft in Bielefeld,
• 19.10.2015 in Northeim (Marktkauf), Beute 50.255,00 € und die Schusswaffe eines Geldboten, Tatfahrzeug: schwarzer VW Golf III, gekauft in Hannover, sowie
• 07.05.2016 in Hildesheim (Rewe-Markt), kein Geld erbeutet aber die Schusswaffe eines Geldboten, Tatfahrzeug: dunkelblauer VW Polo, gekauft in Bielefeld,

Darüber hinaus werden weitere Raubtaten darauf überprüft, ob sich ein Tatverdacht gegen die Beschuldigten ergibt.

Auffällige Übereinstimmungen ergaben sich

• beim Ankauf der Tatfahrzeuge (Tatvorbereitung):

o Die Beschaffung der Tatfahrzeuge erfolgt überwiegend ein bis drei Monate vor der Tat.
o Die Täter kaufen bei Händlern stets Fahrzeuge im unteren Preissegment (bis 3000 Euro).
o Sie fahren überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den jeweiligen Autohändlern.
o Sie erscheinen immer allein und wollen bei einer eventuellen Probefahrt nicht selbst fahren sondern setzen sich auf den Beifahrersitz.
o Die Autos werden bar bezahlt, aber erst später unbeobachtet abgeholt und zwar außerhalb der Geschäftszeiten vom Grundstück des Verkäufers oder von einem frei zugänglichen Parkplatz in der Nähe, auf dem der Verkäufer das Fahrzeug zuvor abstellen musste.

• bei der Bedrohung des jeweiligen Supermarktpersonals (direkte Raubtat):

o Zwei Täter gehen auf Angestellte des Supermarkts oder auf Geldboten zu und bedrohen diese mit Waffengewalt.
o Die Täter sind mit Sturmhaube, Schal oder Halstuch maskiert oder haben ihr Aussehen auf andere Art verfremdet.
o Sie verwenden Pistolen und teilweise Elektroschocker (im Gegensatz zu den Überfällen auf die Geldtransporter mit Schnellfeuergewehren und Panzerfaust).
o Das Auftreten der Täter ist ruhig, höflich und besonnen. Sie betonen zum Teil, dass sie nur Geld erlangen wollen.
o Die Opfer müssen sich auf den Boden legen, ein Opfer muss den Tätern Zugang zum Tresor verschaffen.
o Behältnisse zum Transport des erbeuteten Geldes werden mitgeführt.
o Die Täter verlassen die Tatobjekte meist durch Not- oder andere Nebenausgänge.

• beim Fluchtverhalten (Nachtatphase):

o Die Täter verschwinden mit dem angekauften Fluchtfahrzeug und verstecken dieses in der Nähe des Tatorts (Waldgebiet).
o Sie versuchen Spuren meistens durch Anzünden der Fahrzeuge zu vernichten, was aber nicht immer gelingt.
o Die Täter steigen in ein weiteres Fahrzeug und setzen ihre Flucht fort.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden aufgrund der erlangten Erkenntnisse über 4000 Autohändler von der Polizei aufgesucht und auf die Besonderheiten der Fahrzeugbeschaffung aufmerksam gemacht. Durch die Ermittlungen bei den Autohändlern ist es - nach über 25 Jahren - gelungen, ganz neue Fotos aus diesem Jahr zu erhalten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit STAUB und GARWEG zeigen. Durch die Vorlage der Fotos bei den Verkäufern der Fluchtfahrzeuge und anderen Zeugen wurde der Verdacht gegen die Beschuldigten STAUB und GARWEG teilweise noch erhärtet. Die früher veröffentlichten Fahndungsfotos waren sehr alt, sie datierten aus den Jahren 1987 bis 1989.

Aufgrund der Veröffentlichung der neuen Fotos am 18.05.2016 und der anschließenden medialen Berichterstattung sind bislang über 60 Hinweise bei der Polizei eingegangen, ohne dass sich eine heiße Spur darunter befand. Dazu ein Fahnder des LKA: „Trotz der sehr guten Aufnahmen und der markanten Details scheinen die Personen wie vom Erdboden verschluckt. Wenn das mein Nachbar wäre, würde ich ihn doch erkennen. Das ist schon sehr verwunderlich."

Konkrete Hinweise auf die derzeitigen und vergangenen Aufenthaltsorte der Tatverdächtigen liegen nicht vor. Sie könnten sich in Deutschland oder in den angrenzenden Nachbarländern aufhalten. Konkret ergab sich in einem Fall ein Hinweis auf die Niederlande, weil ein Mobiltelefon, mit dem Kontakt zu einem Autohändler aufgenommen worden war, in den Niederlanden ausgeschaltet wurde.

Die Täter sind vermutlich in Geldnot, so dass weitere Taten nicht auszuschließen sind!


Die Polizei bittet alle Autohändler und privaten Verkäufer von Kraftfahrzeugen darum, auf die geschilderten Verhaltensmuster zu achten und gegebenenfalls die Polizei zu benachrichtigen.

Zur Unterstützung der Fahndung liegen die neuen Lichtbilder zur Veröffentlichung an. Die Medien werden gebeten, die weit verbreiteten Alterungsbilder der Beschuldigten nicht mehr zu verwenden, weil diese inzwischen für Fahndungszwecke ungeeignet sind.

Sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle oder das LKA Niedersachsen unter der Telefonnummer 0511 26262-7400 entgegen.

Für entscheidende Hinweise, die zur Aufklärung der Taten und zu einer rechtskräftigen Verurteilung der Täter führen, ist eine Belohnung bis zu 80.000 € ausgesetzt.

Nicht an die Personen herantreten! Sie dürften bewaffnet sein.

Staub, RAF
Mit hoher Wahrscheinlichkeit Ernst-Volker Staub (Aufnahmejahr 2016)
Garweg, RAF
Möglicherweise Burkhard Garweg (Aufnahmejahr 2016)

Usprungsmeldung vom 18.05.2016

Im Rahmen der Fahndung nach den drei ehemaligen Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF) Ernst-Volker-Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette konnte im Jahr 2016 Bildmaterial gesichert werden.

Es wird davon ausgegangen, dass die ersten beiden Aufnahme Ernst-Volker Staub zeigen. Bei der weiteren abgebildeten Person könnte es sich um Burkhard Garweg handeln.

Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg sowie Daniela Klette wegen des Verdachts des versuchten Mordes und des versuchten schweren Raubes. Sie werden verdächtigt, sowohl für einen Überfall auf einen Geldtransporter in Stuhr am 06.06.2015, als auch für einen Überfall auf einen Geldtransporter in Wolfsburg am 28.12.2015 verantwortlich zu sein.

Weitere Auskünfte zu der Herkunft, dem Datum und dem Ort der Erstellung der Bilder können aus ermittlungstaktischen Gründen nicht erteilt werden.

Staub, RAF
Mit hoher Wahrscheinlichkeit Ernst-Volker Staub (Aufnahmejahr 2016)

Personenbeschreibung:

Ernst-Volker STAUB

  • 61 Jahre
  • 183cm
  • blau-grüne Augen
  • Muttermale am Rücken und Verbrennungsmale Schulter links
  • ungepflegte Zähne
  • Schuhe: vermutl. der Marke Dockers (Foto siehe unten)
  • Rucksack: Marke Tatonka ca. 60-70 Liter (Foto siehe unten)

RAF
Möglicherweise Burkhard Garweg (Aufnahmejahr 2016)

Personenbeschreibung:

Burkhard GARWEG

  • 47 Jahre
  • 180cm
  • blaue Augen
  • große Nase
  • spitzes Gesicht
  • Fahrradpacktasche Marke Ortlieb, ca. 40 Liter (Foto siehe unten)

Klette, RAF
Daniela Klette (Aufnahmejahr 1988)

Personenbeschreibung:

Daniela KLETTE

  • 57 Jahre
  • 165cm
  • dunkle Augen
  • Muttermale im gesamten Gesicht
  • Keine aktuellen Lichtbilder vorhanden

Des Weiteren die Originalbilder der mitgeführten Gegenstände:

Staub, Rucksack, RAF
1. Blauer Rucksack, Marke Tatonka, ca. 60-70 Liter
Garweg, Tasche, RAF
2. Fahrradpacktasche, Marke Ortlieb, ca. 40 Liter
Staub, RAF
3. Schuhe, Marke Dockers

Hinweise zu den gesuchten Personen, insbesondere zu deren Aufenthaltsort, nimmt das Landeskriminalamt Niedersachsen unter 0511 26262 7400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Polizei bittet, nicht selbstständig an die gesuchten Personen heranzutreten. Sie können bewaffnet sein.

Für entscheidende Hinweise, die zur Aufklärung der Taten und zu einer rechtskräftigen Verurteilung der Täter führen, hat das Geldtransportunternehmen eine Belohnung bis zu 20.000 € ausgesetzt.

Englische Übersetzung:


Current photographs of the former RAF Terrorists (See above):

First person (Two photos of 2016): This is a photograph of what is believed to be Ernst-Volker Staub

Second person (Two photos of 2016): Most likely this is Burkhard Garweg

New advancements in the investigation of the wanted former members of the Red Army Fraction Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg, and Daniela Klette. They are being searched for attempted murder.

In the context of the search for the three former members of the Red Army Fraction Ernst-Volker Staub, Burkhard, Garweg and Daniela Klette, new photographs could have been taken in 2016.

It can be assumed that the first two images display Ernst-Volker Staub, whereas the last one could be Burkhard Garweg.

The district public prosecution authority of Verden investigates Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg, and Daniela Klette in a case of attempted murder and attempted mass robbery.
They are being held responsible of committing an attack on an armored money truck in Stuhr on June 6, 2015 as well as an attack on another armored money truck in Wolfsburg on December 28, 2015.

Further information of the heritage, date, and location of the photographs cannot be given due to investigative reasons.

Description of Ernst-Volker Staub:

  • 61 years
  • 183 cm
  • Blue -green eyes
  • Birthmarks on the back and burn scars on the left shoulder
  • Lack of dental hygiene
  • Shoes are probably of the brand "Dockers"
  • Carried a backpack of the brand "Tatonka" (holds up from 60-70 liters)

Description Burkhard Garweg:
  • 47 years
  • 180 cm
  • Blue eyes
  • Big nose
  • Pointy face
  • Carried a backpack for a bicycle of the brand "Ortlieb" ( holds up to 40 liters)

Description Daniela Klette:
  • 57 years
  • 165 cm
  • Dark eyes
  • Birthmarks in the face
  • No current photographs of her

Furthermore the original photos of the carried along items.

1.) A blue backpack of the brand "Tatonka" (holds up from 60-70 liters)

2.) A backpack for a bicycle of the brand "Ortlieb" ( holds up to 40 liters)

3.) Shoes of the brand "Dockers"

If you have details of the mentioned suspects and their current location please contact the Office of Criminal Investigation of Lower Saxony by the number of 0511-262627400 or any other police station.

Do not to approach those persons independently. They might be armed.

Details leading to a solution of the crimes and to a legally binding conviction of the suspects are being rewarded by the money truck company with up to 20.000 Euro.

Hinweise an:

Landeskriminalamt Niedersachsen
0511 26262 7400
oder jede andere Polizeidienststelle

Artikel-Informationen

12.07.2016

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