Wirtschaftskriminalität

Die Wirtschaftskriminalität hat sich in den letzten Jahren den ständig wechselnden Rahmenbedingungen des Wirtschaftslebens immer wieder angepasst.

Dabei werden die Strafverfolgungsbehörden mit einer kontinuierlichen Zunahme von Fallgestaltungen mit komplexen, rechtlich und tatsächlich schwierigen Zusammenhängen und einem damit einhergehenden hohen Ermittlungsaufwand konfrontiert.
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Die international vernetzten Wirtschaftsstrukturen, die Verwendung moderner Kommunikationsmittel, die steigende Informationsflut, neue Herausforderungen bei der Beweissicherung von elektronischen Daten, die Verwendung von Spezialsoftware zum Handling interner Abläufe, ausländische Kontoverbindungen sowie die Verlagerung von Firmensitzen ins Ausland gestalten die Ermittlungen zunehmend schwieriger.

Die Lage im Bereich der Wirtschaftskriminalität ist durch einige Besonderheiten geprägt: Im Gegensatz zu anderen Deliktsbereichen liegt der Schwerpunkt des Ermittlungsverfahrens in der Regel nicht darin, für eine Straftat eine noch unbekannte Person als TäterIn zu ermitteln, sondern in der Feststellung, ob das bereits erfolgte Handeln eines bekannten Tatverdächtigen strafbar ist.

Zu berücksichtigen ist hierbei, dass die jährlichen Fallzahlen durch Großverfahren, bei denen es eine erhebliche Anzahl von Geschädigten gibt, regelmäßig starken Schwankungen unterliegen. Über die letzten fünf Jahre ergibt sich in Niedersachsen ein Mittelwert der Wirtschaftsverfahren von 4.441 Fällen pro Jahr.

Die Delikte der Wirtschaftskriminalität sind mit einer Gesamtschadenshöhe von 62,77 Millionen Euro im Berichtsjahr jedoch überproportional schadensträchtig. Ihr Anteil am durch Kriminalität verursachten Gesamtschaden beträgt 17,5 Prozent.

Wenige Tatverdächtige schädigen oft viele Geschädigte und verursachen hohe materielle und auch immaterielle Schäden – nicht nur in den direkt betroffenen Unternehmen. Dabei sind Folgeschäden wie Produktionsausfälle, Arbeitsplatzverluste, Wettbewerbsverzerrungen oder Folgeinsolvenzen in den oben genannten Zahlen nicht enthalten. Der volkswirtschaftliche Schaden liegt demnach noch wesentlich höher.


Die Polizei Niedersachsen stellt den Geschädigten sowie allen anderen verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürgern, die von einer Straftat in diesem Bereich erfahren, ein anonymes Postkastensystem zur Verfügung. Hiermit können Hinweisgebende ihre Informationen anonym absenden. Dieses System lässt keine Rückschlüsse auf die Identität der Absendenden zu, ermöglicht allerdings eine weitere Kontaktaufnahme zu den Hinweisgebenden, um die für Ermittlungen erforderlichen Nachfragen stellen zu können. Die Kommunikation in diesem System bleibt für die Hinweisgebenden anonym.


Anonyme Hinweisaufnahme


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Definition Wirtschaftskriminalität

Eine einheitliche und anerkannte Definition zu Wirtschaftskriminalität gibt es in Deutschland nicht. Eine einfache und sehr pauschale Definition umschreibt die Wirtschaftskriminalität als „Summe der Straftaten, die in Unternehmen, an Unternehmen und durch Unternehmen begangen werden“. mehr
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Aufgaben und Kontakt

Das Fachdezernat Wirtschaftskriminalität im Landeskriminalamt Niedersachsen befasst sich im Wesentlichen mit folgenden Aufgaben: mehr
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