PreMAP – Predictive Policing (Vorausschauende Polizeiarbeit) in Niedersachsen

Seit den 1990er Jahren sind in den Vereinigten Staaten Ansätze des sogenannten „Predictive Policing“ entwickelt und umgesetzt worden. Dabei geht es darum, das Risiko zukünftiger bzw. erneuter Straftaten (Near Repeat Victimization) räumlich und zeitlich möglichst exakt vorherzusagen. Erste europäische Versuche, derartige Ansätze für die Polizeiarbeit nutzbar zu machen, gab es 2013 in der Schweiz. Seit 2014 werden diese auch in der Bundesrepublik Deutschland erprobt, zunächst in Bayern, später auch in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen.


In Niedersachsen wurde – nach Durchführung eines ersten Laborexperimentes (2014) – ein Projekt zur Entwicklung eines Vorhersageansatzes initiiert. Die Entwicklung einer mobilfähigen Anwendung, die zusätzlich Informationen zur Kriminalitätslage verfügbar macht, erfolgte gemeinsam mit der Zentralen Polizeidirektion. Das Projekt PreMAP (Predictive Mobile Analytics for Police) startete im Oktober 2016 mit der Pilotierung in der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel sowie in der Stadt Wolfsburg. Nach einem Jahr wurden die Polizeiinspektion Hannover-Ost und die Stadt Osnabrück in die Pilotierung einbezogen, um die Datengrundlage zu erweitern und den prognostischen Teil der Anwendung intensiver zu testen.


Diese Pilotierung wurde evaluiert. Als Problemfeld wurden die Treffgenauigkeit der Prognosen sowie Art und Umfang der polizeilichen Reaktion auf erkannte Risiken erkannt. Dennoch wurde durch die Anwenderinnen und Anwender angeregt, Predictive Policing weiter zu testen. Der Evaluationsbericht steht hier zum Download bereit.


Daher wurde ab dem 1. November 2018 das Projekt unter Leitung der Polizeidirektion Osnabrück in 15 Polizeiinspektionen in ganz Niedersachsen weitergeführt. Die Aufgabe des LKA in diesem Zusammenhang bestand darin, komplexe statistische Verfahren für die Prognosen unter Hinzuziehung polizeiexterner Daten und eine deliktische Ausweitung zu prüfen. Die Arbeiten sind nunmehr abgeschlossen. Es zeigte sich, dass durch andere Vorhersagemethoden und externe Daten grundsätzlich geringfügige Verbesserungen in der Prognosegüte erzielt werden konnten, dass diese aber vor dem Hintergrund von Aufwands-Ertrags-Schätzungen und dem weiterhin bestehenden Problem auf der Reaktionsseite nicht für eine Umsetzung vorgeschlagen werden konnten. Per Erlass wurden die Arbeiten an PreMAP zum 8.10.2021 eingestellt. Das Projekt ist damit abgeschlossen.


Kontakt:

Alexander Gluba: 0511/26262-1205

Pressestelle des LKA NI: 0511/26262-1031

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